Es wird etwas stiller. Die Natur zieht sich zurück und die Vögel ziehen in den Süden. Auch in der Ernährungslehre gibt es zu beachtende Rhythmen. Sie gehören sogar zu den Grundlagen. Wenn wir bei dem Thema Landwirtschaft anfangen, beschäftigen wir uns schon bald mit dem Thema Rhythmus. Rhythmus im Außen, auf den Feldern, in den Jahreszeiten und im ganzen Kosmos – und auch Rhythmus im Innen, in der Psyche, im Körper, in den Organen und in allen Lebensprozessen.

Rhythmus trägt Leben

Jeder von uns organisiert sich mehr oder weniger in einem bestimmten Rhythmus, um ein gewisses Maß an Stabilität in sein Leben zu bringen. Wir wachen zu einer bestimmten Zeit auf, essen eine Mahlzeit, verrichten unser Tagwerk, legen kurze Pausen ein, kommen abends wieder nach Hause und schlafen schließlich ein. Rhythmus ist somit die Basis für unsere Stabilität, Zuverlässigkeit und Gesundheit.

Auch unsere Organe erledigen ihre Arbeit in einem bestimmten, von der Natur festgelegten Rhythmus. Der Körper braucht in den jeweiligen Jahreszeiten unterschiedlich warme/kalte, eiweiß-/vitaminreiche Nahrungsmittel.

Die alten Veden weisen in den Ernährungsempfehlungen des Ayurveda immer wieder darauf hin. Für sie ist Rhythmus auch Gegenmittel für innere Angstsymptome und Unruhe. In westlichen, unterstützenden Verfahren spricht man z. B. von „strukturorientierter Psychotherapie“ zur Wiederherstellung gesunder Systeme. Im Ayurveda wurden bereits vor vielen tausend Jahren Konzepte zu Konstitutionstypen entwickelt. So werden Ernährungsempfehlungen entsprechend individueller Körper-Geist-Natur gegeben, mit Rücksicht auf die Jahreszeit, in der wir uns aktuell befinden.

Rhythmus scheint also Leben zu tragen. Studieren wir innere und äußere Rhythmen, werden wir erfahren, was wir zu welcher Jahreszeit wirklich brauchen. In Bezug auf das Thema Ernährung ist Landwirtschaft entscheidend für die Qualität der Produkte, die wir unserem Körper zuführen.

Die fortschreitende Korrumpierung unserer Gärten und Ackerböden mit allerlei Pestiziden lässt das Gespenst einer chronischen Vergiftung und einer Welt-Hungersnot immer drohender in Erscheinung treten: Um den momentanen Ertrag zu steigern, wird auf unseren Feldern gespritzt, was das Zeug hält, und alle natürlichen Kreisläufe geraten aus ihrem Rhythmus.

Konventionelle Maßnahmen mit Kunstdünger und Co. wirken wie Peitschenhiebe, die den müden Gaul zu neuen Leistungen zwingen sollen, bis er erschöpft zusammenbricht. Ein fatales materialistisches Kausalitätsdenken hat seit Jahrzehnten in der Landwirtschaft zu Irrtümern geführt, die uns der Katastrophe entgegentreiben. Im Lebendigen herrschen andere Gesetzmäßigkeiten und Rhythmen als im Ablauf chemischer Prozesse. Bienenvölker werden derzeit vernichtet, die Vogelwelt stirbt langsam aus, Insekten werden weniger und wir werden – wenn es so weitergeht – den oft prognostizierten „stummen Frühling“ erleben. Ein weiterer Grund, Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau zu kaufen und den Müll in den Regalen zu lassen.

Fazit

Die Veden wussten um diese Gesetzmäßigkeiten, die übrigens überall auf der Welt gelten, nicht nur in Indien. Übertragen auf unsere westliche Welt heißt das unter anderem: Jetzt mit herbstlichen Produkten kochen und die heilende und wärmende Kraft der Gewürze zum Einsatz bringen. Kochen bedeutet auch immer ausprobieren – es soll Spaß machen. Die kälter werdenden Tage laden ein zu geselliger Runde mit Freunden und Familie. Wenn Sie dann bei der Lebensmittelauswahl noch auf beste Qualität achten, werden Sie sich energiegeladen und gut genährt fühlen. Wir sollten alle unser Geld mehr für hochwertige Lebensmittel ausgeben statt für teure Küchen. Wenn wir dann noch unser Leben richtig rhythmisieren, haben wir viel für unsere Gesundheit getan.

Ihr Ralf Brendt

Übrigens: Die Grundlagen der Ayurvedischen Ernährungslehre inklusive stimmungsvoller Küchenpraxis mit Bio-Lebensmitteln können Sie am 3. – 4. Februar 2018 in Unkel am Rhein erleben. Wir haben die Expertin Karin Schuller für die Seminarleitung gewinnen können. Auch ich werde mir das nicht entgehen lassen und mit von der Partie sein.

Mehr Informationen dazu unter www.elanvital-gig.de

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